(Bild links: Uzin Utz AG) Voraussetzung für die fachgerechte Verlegung von Klebevinyl ist ein sauberer, trockener, fester und ebener Untergrund. Da Klebevinyl meist nur wenige Millimeter stark ist und vollflächig mit dem Untergrund verbunden wird, können sich Unebenheiten, Schmutzpartikel und andere Verunreinigungen später auf der Oberfläche abzeichnen oder die Haftung beeinträchtigen. Maßgeblich sind dabei immer die Verlegeanleitung des Herstellers und die Anforderungen an den jeweiligen Untergrund.
Welche Untergründe eignen sich für Klebevinyl?
- Estrich (Zement- und Calciumsulfatestrich)
- Betonboden
- gespachtelte bzw. ausgeglichene Untergründe
- Fliesen und Steinböden, sofern eben und fest
- fest verklebtes Parkett, sofern vom Hersteller freigegeben
- "Oriented strand board" (OSB), Sperrholz- und geeignete Holzwerkstoffplatten
- vorhandene Holzdielen, Laminat- oder Vinylböden nur unter bestimmten Voraussetzungen
Vinylboden zum Verkleben verlangt nach einem festen, planebenen, trockenen und sauberen Untergrund. Estrichböden oder gespachtelte Untergründe entsprechen diesen Anforderungen am ehesten. Andere Untergründe wie Parkett oder Steinböden eignen sich nur bedingt als Basis. Hier sind oft Ausgleichsarbeiten notwendig, um Unebenheiten und Rückstände zu überdecken.
Wollen Sie Klebevinyl auf alten Holzdielen, Laminat, Vinylboden oder Vinyl-Rollenware verlegen, müssen Sie sicherstellen, dass die Belagsstücke schwingungsfrei, eben und am Untergrund fixiert sind. Ist das nicht der Fall, sollten Sie sie entweder am Untergrund festschrauben oder komplett entfernen. Beachten Sie außerdem, dass auf Holz und Laminat nicht direkt mit Nasskleber gearbeitet werden darf!
Klebevinyl auf Fliesen zu verlegen, ist grundsätzlich möglich, wenn der vorhandene Belag fest, trocken und ausreichend eben ist. Lose oder beschädigte Fliesen müssen entfernt bzw. instand gesetzt werden. Auch Fugen und Unebenheiten dürfen sich später nicht durch den dünnen Vinylbelag abzeichnen. Deshalb ist häufig eine geeignete Spachtel- oder Ausgleichsmasse erforderlich.
OSB-Platten und ähnliche Holzwerkstoffplatten können ebenfalls als Untergrund dienen. Sie müssen trocken, fest und eben sein und dürfen sich unter Belastung nicht durchbiegen. Ob eine direkte Verklebung möglich ist, richtet sich nach den Vorgaben des Vinyl- und Klebstoffherstellers.
Welche Untergründe sind für Klebevinyl ungeeignet?
- lose verlegte Bodenbeläge
- textile Bodenbeläge aller Art
- Bahnenwaren aus Polyvinylchlorid (PVC) mit Textil- oder Schaumrücken
- Linoleum
- Elastomer- bzw. Gummiböden
- Polyolefinböden
- als schwimmende Beläge: Laminat, Parkett und Vinylboden
Elastische Bodenbeläge aus Linoleum, geschäumtem Vinyl (CV), Polyolefin (PO) und Gummi müssen vor dem Verkleben von Vinylboden entfernt werden! Sie eignen sich nicht als Untergründe, weil sie bei mechanischer Belastung (punktuell) nachgeben. Dadurch bewegt sich der darauf liegende Vinylboden mit. Seine Belagsstücke könnten sich vom Klebstoff ablösen.
Wenn Sie Ihren Vinylboden im Nassklebeverfahren verlegen wollen, scheiden auch feuchtigkeitsunbeständige Bodenbeläge als Untergründe aus. Kommen Holzdielen, Linoleum oder Laminat direkt in Kontakt mit Nasskleber, kann dieser in Fugen der Beläge eindringen und ihre Materialien aufquellen lassen.
Textile Bodenbeläge wie Teppichböden und Nadelfilz sind zwar häufig am Untergrund fixiert und nicht unbedingt elastisch. Dafür würden sie in Kontakt mit Nasskleber durchfeuchten, was zu Schimmelbildung führen kann. Eine trockene Verklebung wiederum würde die Altbeläge luftdicht einschließen, was im Laufe der Zeit zu einer unangenehmen Geruchsbildung führen kann. Ursache dafür sind Milben und andere Mikroorganismen, die sich in der textilen Oberfläche befinden.
Ein weiteres Risiko bei Textilböden ist ihre Rückseite: Besteht diese aus einer Art Schaumstoff, kann dieser spröde werden und sich auflösen. Es entstünden Hohlräume, die unter dem aufliegenden Vinylboden nachgäben und seine Stabilität gefährdeten.
Was ist mit beheizten Untergründen?
Klebevinyl kann grundsätzlich auch auf beheizten Fußbodenkonstruktionen eingesetzt werden. Ob der konkrete Bodenbelag und das verwendete Klebstoffsystem dafür geeignet sind, können Sie den Herstellerangaben entnehmen – oder Sie fragen im Zweifelsfall bei unserem Serviceteam nach!
Bild 1 (links in Lizenz von ba11istic, stock.adobe.com - rechts Riley Pitzen, Unsplash): Ein gespachtelter Untergrund bietet die besten Voraussetzungen
Den Untergrund für Klebevinyl vorbereiten
Je nach Ausgangssituation sind unterschiedliche Vorbereitungsarbeiten erforderlich. Der Untergrund muss zunächst tragfähig, trocken, sauber und eben sein. Alte Klebstoffreste, Farbreste, Staub, Fett und andere haftungsmindernde Verunreinigungen müssen entfernt werden.
Unebenheiten, Risse und Fehlstellen sind mit geeigneter Spachtelmasse auszugleichen. Bei vielen Untergründen gehört anschließend eine Grundierung zur Vorbereitung. Welcher Vorstrich in Kombination mit welcher Spachtel- bzw. Ausgleichsmasse geeignet ist, hängt vom Untergrund und vom verwendeten Klebstoffsystem ab. Orientieren Sie sich am besten an den Herstellerangaben! Sie finden diese jeweils auf dem Verpackungsetikett, aber auch direkt in unserem Onlineshop, wenn Sie das offizielle Datenblatt auf der Artikeldetailseite öffnen.
| Untergrundbeschaffenheit | Geeignete Grundierung / Eigenschaften |
|---|---|
| leicht sandend, porös, saugend | wasserverdünnbare, transparente Grundierung zur Verfestigung und Regulierung der Saugfähigkeit |
| porös, saugend, sandend, kreidend, belastet mit Salz | transparente, lösemittelhaltige Grundierung zur Verfestigung und Absperrung |
| nicht bzw. schwach saugend, alkalisch, fest, glatt, dicht | pigmentierte, wasserverdünnbare Grundierung als Haftvermittler |
| fest, wasserlöslich, dicht, glatt, vergilbt | lösemittelhaltige, pigmentierte Grundierung zur Absperrung und Haftvermittlung |
Wichtig: Verwenden Sie nur Grundierungen, die vom jeweiligen Hersteller für den vorhandenen Untergrund und die anschließende Verlegung von Klebe-Vinylboden freigegeben sind. Die Angaben in der Tabelle dienen lediglich als Orientierung.
Schritt für Schritt
- 1 Ebenheit prüfen
Prüfen Sie zunächst die Ebenheit des Untergrunds, beispielsweise mit einem Richtscheit. Unebenheiten müssen vor der Verlegung so weit ausgeglichen werden, dass der Untergrund den Anforderungen des Bodenbelags und des Herstellers entspricht. Kleinere Unebenheiten lassen sich je nach Beschaffenheit des Untergrunds beispielsweise durch geeignete Spachtel- oder Ausgleichsmassen beseitigen. Größere Höhenunterschiede können umfangreichere Ausgleichsarbeiten erforderlich machen.
Welche Ausgleichsmasse sich für welchen Untergrund eignet, erfahren Sie in unserer Kaufberatung: "Ausgleichsmasse für die Bodenverlegung".
- 2 Restfeuchte kontrollieren
Kontrollieren Sie die Restfeuchte des Untergrunds, bevor Sie mit der Verlegung beginnen. Bei Estrichen gelten abhängig von Estrichart, Konstruktion und vorgesehenem Bodenbelag unterschiedliche Grenzwerte. Die Feuchtigkeit wird üblicherweise mit einem CM-Gerät (Calciumcarbid-Methode) bestimmt. Die für Ihren Bodenbelag zulässige Restfeuchte entnehmen Sie den Verlegehinweisen des Herstellers. Ist der Untergrund noch zu feucht, darf die Verlegung nicht beginnen.
- 3 Untergrund reinigen
Entfernen Sie Schmutz, Fette, Öle und andere Verunreinigungen vollständig. Je nach Art und Umfang der Verschmutzung kommen dafür mechanische Verfahren wie Schleifen, Bürsten, Fräsen oder Kugelstrahlen infrage. Nach der mechanischen Bearbeitung muss der Untergrund gründlich abgesaugt werden. Entscheidend ist, dass am Ende ein sauberer, tragfähiger und für die weitere Bearbeitung geeigneter Untergrund vorliegt.
- 4 Bei Bedarf: Ausgleichen und grundieren
Bereiten Sie den Untergrund bei Bedarf mit einer geeigneten Grundierung und Spachtelmasse vor. Welche Produkte zum Einsatz kommen, hängt von der Beschaffenheit des Untergrunds und dem vorgesehenen Verlegesystem ab. Verwenden Sie deshalb nur aufeinander abgestimmte Produkte, die vom jeweiligen Hersteller für die Verlegung von Klebevinyl freigegeben sind. Nach Abschluss der Untergrundvorbereitung muss die Fläche sauber, trocken und frei von Staub und losen Rückständen sein.
Erst wenn der Untergrund vollständig vorbereitet und verlegereif ist, kann das Klebevinyl verlegt werden. Beachten Sie dabei die Vorgaben des Herstellers zur Akklimatisierung des Bodenbelags. Vor der eigentlichen Verlegung empfiehlt es sich außerdem, die Fläche auszumessen und die Aufteilung der Belagsstücke bzw. Verlegereihen zu planen.