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Bodenbeläge mit Blauem Engel

Welcher Bodenbelag ist wohngesund? Welcher wahrscheinlich nicht? – Wenn Sie Orientierung im Hinblick auf die Unbedenklichkeit von Vinylboden, Laminat oder anderen Bodenbelägen suchen, können Sie sich auf das deutsche Umweltzeichen "Blauer Engel" verlassen. Seit über vierzig Jahren wird es von der Jury Umweltzeichen als Prädikat für Produkte vergeben, die auf ökologischen Innovationen beruhen, ihre Umwelt schonen und Umweltbelastungen reduzieren. Zu den Ausgezeichneten gehören auch viele unserer Bodenbeläge. Mehr erfahren ...

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Kaufberatung: "Blauer Engel" bei Bodenbelägen

Beim Einkauf begegnen uns immer mehr Siegel und Zertifikate, über deren Bedeutung wir uns meistens selbst informieren müssen. Aufklärungskampagnen werden hauptsächlich von staatlich unterstützten Institutionen betrieben und erreichen nicht jeden. Parallel dazu vergeben Industrie- und Interessenverbände eigene Label, ohne uns als Kundschaft proaktiv über deren Hintergründe zu informieren. Wie gut, dass es in der Flut an Kennzeichnungen auch verlässliche Konstanten gibt! Eine davon ist der "Blaue Engel". Das blau-weiße Siegel ist Ihnen bestimmt schon einmal begegnet. Seit seiner Einführung im Jahre 1978 wurde es bereits zwanzigtausend Mal vergeben – darunter auch an viele Alltagsprodukte wie Textilien, Reinigungsmittel und Elektrogeräte.

Wer vergibt den "Blauen Engel"?

Der "Blaue Engel" ist das deutsche Umweltzeichen. Inhaber des Zeichens ist das Umweltbundesamt, das unter Beteiligung der RAL gGmbH die wissenschaftlichen Vergabekriterien erarbeitet. Dabei ist die RAL gGmbH für die Anhörungen der Experten und die Prüfung auf Einhaltung der Kriterien und Nachweise verantwortlich. Über die Vergabe des "Blaue Engels" entscheidet die Jury Umweltzeichen. Das Gremium setzt sich aus über ein Dutzend Vertretern zusammen, die von Umwelt- und Verbraucherverbänden, Gewerkschaften, der Industrie, dem Handel, dem Handwerk, Kommunen, wissenschaftlichen Einrichtungen, Medien, Kirchen und Bundesländern entsandt werden. Nach offiziellem Wortlaut des Bundesumweltministeriums zeichnet die Jury nur solche Produkte und Dienstleistungen aus, "die in einer ganzheitlichen Betrachtung besonders umweltfreundlich sind und zugleich die hohen Ansprüche des Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie der Gebrauchstauglichkeit erfüllen"1. Die Vergabe des "Blaue Engels" erfolgt in Übereinstimmung mit internationalen Standards für Umweltkennzeichnungen wie der DIN EN ISO 14024 "Umweltkennzeichnungen und -deklarationen - Umweltkennzeichnung Typ I - Grundsätze und Verfahren (ISO 14024:2018)".

Was sagt der "Blaue Engel" aus?

Die gekennzeichneten Produkte und Dienstleistungen weisen in ihrem Lebenszyklus – von der Herstellung bis zur Entsorgung – Eigenschaften auf, die die Umwelt und das Klima weniger belasten als nicht-gekennzeichnete Produkte und Dienstleistungen. Außerdem schützen Sie die Gesundheit besser, ohne Nachteile in puncto Gebrauchsfähigkeit und Qualität mit sich zu bringen. Beachten Sie, dass der "Blaue Engel" nicht mit der vollständigen gesundheitlichen Unbedenklichkeit oder Umweltfreundlichkeit von Produkten und Dienstleistungen gleichzusetzen ist! Eigenschaften, die von den Vergabekriterien nicht berührt werden, werden auch nicht geprüft. Ein weiterer Nachteil des Umweltzeichens besteht darin, dass es ohne Skala, Punktesystem o. Ä. vergeben wird. Das heißt, dass ist es nicht möglich ist, die Unbedenklichkeit oder Umweltfreundlichkeit von mehreren ausgezeichneten Produkten miteinander zu vergleichen.

Trägt ein Produkt oder eine Dienstleistung nicht den "Blauen Engel", heißt das nicht automatisch, dass es schlecht für die Umwelt ist oder die Gesundheit gefährdet. Es kann sein, dass der Hersteller in dem Fall auf eine Auszeichnung mit dem Umweltzeichen verzichtet oder diese noch nicht beantragt hat. Möglicherweise hat er anderen Siegeln oder Zertifikaten den Vorzug gegeben.

Unter den zwanzigtausend ausgezeichneten Produkten und Dienstleistungen sind auch viele Bodenbeläge. Entsprechend ihres Materialaufbaus müssen diese unterschiedlichen Vergabekriterien gerecht werden. Umweltbundesamt, RAL gGmbH und Jury unterscheiden dabei zwischen elastischen, textilen und Bodenbelägen aus Holz oder Holzwerkstoffen. Hinzu kommen Bodenbeläge im Außenbereich. Im Folgenden möchten wir kurz und bündig auf die Vergabekriterien für die Bodenbeläge unseres Sortiments eingehen:

Elastische Bodenbeläge mit "Blauem Engel"

Neben Korkboden und Linoleum, die überwiegend aus natürlichen Materialien gefertigt werden, gehören auch die verschiedenen Vinylböden (als Paket- und Meterwaren) zu den elastischen Bodenbelägen. Bei der Vergabe des "Blauen Engels" haben es letztere ungleich schwerer, denn sie dürfen auf keinen Fall mit phthalathaltigen Weichmachern produziert werden, welche bei Kork- und Linoleumboden gar keine Rolle spielen. Bedingt durch ihren Kunststoffanteil ist es für ihre Hersteller zudem herausfordernd, auf Stoffe zu verzichten, die als krebserzeugend, erbgutverändernd, fruchtbarkeitsgefährdend sowie fruchtschädigend eingestuft sind. Für die Auszeichnung mit dem Umweltzeichen müssen die elastischen Bodenbeläge gleichermaßen niedrige Emissionswerte erfüllen. Das heißt, dass sie nur eine geringe Menge an organischen Verbindungen und krebserzeugenden Stoffen in die Raumluft abgeben dürfen. Die Richtwerte orientieren sich an der vom Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) erarbeiteten "Vorgehensweise bei der gesundheitlichen Bewertung der Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC und SVOC) aus Bauprodukten".

Textile Bodenbeläge mit "Blauem Engel"

Für Teppichboden gibt es neben der Stoffbeschränkungen, der Phthalatfreiheit und einem strengen Grenzwert für die Schadstoffemissionen ähnliche material- und produktionsspezifische Kriterien, anhand derer über die Vergabe des Umweltzeichens entschieden wird. Dazu gehören sozialverträgliche Herstellungsbedingungen, der Verzicht auf schädliche Farbstoffe und Pigmente, der Verzicht auf giftige Schädlingsschutzmittel, die Kennzeichnung des Motten- und Käferschutzes sowie die Einhaltung eines Grenzwertes für die Geruchsintensität.

Bodenbeläge aus Holz & Holzwerkstoffen mit "Blauem Engel"

Für Laminat- und Parkettboden wird der "Blauen Engel" nur vergeben, wenn deren Holzbestandteile aus legaler Forstwirtschaft stammen. Darüber hinaus muss mindestens die Hälfte davon nachhaltig erwirtschaftet worden sein. Weitere Hürden auf dem Weg zur Auszeichnung bilden u. a. die Einhaltung von Stoffbeschränkungen – speziell, was Beschichtungen betrifft – , strenger Grenzwerte bei Schadstoffemissionen sowie der Verzicht auf Biozide.

Sind Sie nun etwas schlauer, was das Umweltzeichen und seine Vergabe bei Bodenbelägen angeht? – Dann stöbern Sie am besten gleich nach Ihrem favorisierten Modell und nutzen Sie den BodenFuchs24 Musterservice, um sich einen genauen Eindruck zu verschaffen!

1 Quelle: https://www.bmuv.de/ministerium/aufgaben-und-struktur/gremien/jury-umweltzeichen, zuletzt aufgerufen am 14.03.2022