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Vinylboden versiegeln: Wann macht es Sinn? Wie funktioniert es?

BodenFuchs24
Vinylboden zum Auffrischen versiegeln
Vinylboden zum Auffrischen versiegeln

Vinylböden sind strapazierfähig und vergleichsweise pflegeleicht. Einen wichtigen Anteil daran haben die Nutzschicht und ihre werkseitige Oberflächenvergütung, mit der viele moderne Modelle ausgestattet sind. Eine zusätzliche Versiegelung ist deshalb bei modernen Vinylböden meist nicht erforderlich. Die werkseitige Oberflächenvergütung ist bereits darauf ausgelegt, die Nutzschicht vor alltäglichen Belastungen zu schützen und die Reinigung des Bodenbelags zu erleichtern.

Wann macht das Versiegeln überhaupt Sinn?

Eine Versiegelung als nachträgliche Behandlung kommt dann infrage, wenn …

  • ein Vinylboden keine entsprechende Oberflächenvergütung besitzt,
  • ein älterer oder stärker beanspruchter Vinylboden aufgefrischt werden soll.

Eine solche Neuversiegelung kann dazu beitragen, die Oberfläche vor weiterer Beanspruchung zu schützen und den Bodenbelag länger ansprechend zu erhalten. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten: Nicht jedes Modell darf nachträglich versiegelt oder beschichtet werden. Ob eine solche Behandlung möglich und sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Aufbau des Bodenbelags und den Herstellerangaben ab. Verwenden Sie deshalb nur Pflegemittel bzw. Beschichtungssysteme, die ausdrücklich für den jeweiligen Vinylboden geeignet sind.

Tipp: Prüfen Sie vor einer Neuversiegelung, welche Oberflächenbehandlung der Vinylboden bereits besitzt. Gerade bei modernen Modellen kann eine zusätzliche Beschichtung ungeeignet sein oder die vom Hersteller vorgesehene Oberfläche verändern.

Wann macht das Versiegeln keinen Sinn?

Bei stark abgenutzten oder beschädigten Vinylböden ist eine Versiegelung nicht mit einer Reparatur gleichzusetzen. Tiefe Kratzer, Risse oder eine bereits abgenutzte Nutzschicht lassen sich durch das Auftragen einer neuen Beschichtung nicht rückgängig machen.

Vinylboden versiegeln als nachträgliche Behandlung

Für die nachträgliche Behandlung kommen spezielle Beschichtungs- und Pflegemittel für elastische Bodenbeläge infrage. Dazu zählen beispielsweise polyurethan-basierte Versiegelungen (kurz: PU-Siegel). Sie bilden nach dem Auftragen einen dünnen Schutzfilm auf der Oberfläche und können dazu beitragen, einen älteren oder stärker beanspruchten Vinylboden wieder aufzuwerten.

Wie die Versiegelung aufzutragen ist, hängt vom jeweiligen Produkt ab. Vorbereitung des Bodens, Auftragstechnik, Anzahl der Schichten und Trocknungszeiten können sich unterscheiden. Maßgeblich sind deshalb immer die Verarbeitungshinweise des Herstellers. Eine solche nachträgliche Beschichtung sollte zudem nicht mit einer werkseitigen Oberflächenvergütung gleichgesetzt werden. Sie kann deren Eigenschaften nicht einfach reproduzieren und ist deshalb eher als zusätzliche Pflege- bzw. Schutzmaßnahme zu verstehen.

Wenn Sie Ihren Vinylboden selbst versiegeln möchten, gehen Sie daher nicht nach einer allgemeinen Anleitung vor, sondern richten Sie sich nach dem für Ihren Boden geeigneten Beschichtungssystem. Die folgenden Schritte zeigen Ihnen, worauf es bei der Vorbereitung und Verarbeitung grundsätzlich ankommt.

Bild 1 (Bild links: CDC, Unsplash): Auftragen einer neuen Versiegelung

Vinylboden: Versiegelung auftragenVinylboden: Auftragen der Versiegelung mit Wischer & Tuch
Vinylboden: Versiegelung auftragenVinylboden: Auftragen der Versiegelung mit Wischer & Tuch

Vinylboden versiegeln – Schritt für Schritt

  1. 1 Vinylboden gründlich reinigen

Vor dem Auftragen einer Versiegelung muss der Bodenbelag gründlich gereinigt werden. Entfernen Sie zunächst losen Staub und Schmutz und beseitigen Sie anschließend sämtliche Flecken und Rückstände. Verwenden Sie dafür nur Reinigungsmittel, die für den jeweiligen Vinylboden und das vorgesehene Beschichtungssystem geeignet sind. Besonders wichtig ist, dass keine Rückstände von alten Pflegemitteln auf der Oberfläche verbleiben.

  1. 2 Oberfläche vorbereiten

Ob und wie die Oberfläche vor dem Versiegeln angeraut oder angeschliffen werden muss, hängt vom verwendeten Beschichtungssystem ab. Halten Sie sich deshalb genau an die Vorgaben des Herstellers. Ziel ist eine ausreichend vorbereitete Oberfläche, auf der die neue Beschichtung zuverlässig haften kann.

Wichtig beim Anrauen: Gehen Sie nicht dazu über, die Belagsoberfläche zu polieren! Ein polierter Untergrund ist verschlossen und nicht aufnahmefähig. Andererseits ist Vorsicht angebracht, damit die Nutzschicht des Vinylbodens unversehrt bleibt.

  1. 3 Boden erneut reinigen

Nach der Oberflächenvorbereitung muss der Vinylboden erneut gründlich gereinigt werden. Staub und andere Rückstände vom Anschleifen dürfen nicht unter der Versiegelung eingeschlossen werden. Lassen Sie die Oberfläche anschließend entsprechend den Herstellerangaben vollständig trocknen.

  1. 4 Versiegelung auftragen

Tragen Sie das Beschichtungsmittel entsprechend der Verarbeitungsanleitung des Vinylboden-Herstellers auf. Je nach Produkt können sich geeignete Werkzeuge, Auftragstechnik, Schichtdicke und Anzahl der erforderlichen Schichten unterscheiden. Auch die Frage, ob eine zweite oder weitere Schicht erforderlich ist, lässt sich deshalb nicht pauschal beantworten.

  1. 5 Ausreichend trocknen und aushärten lassen:

Jede aufgetragene Schicht muss die vom Hersteller vorgegebene Trocknungs- bzw. Aushärtezeit einhalten. Während dieser Zeit sollte der Boden nicht betreten oder anderweitig belastet werden. Beachten Sie außerdem die Angaben dazu, wann der Boden wieder vollständig genutzt und gereinigt werden darf.

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Vinylboden im Feuchtraum: Muss er versiegelt werden?

Die meisten Vinylböden sind wasserfest, aber das heißt nicht, dass sie wasserdicht sind. Auch eine nachträgliche Versiegelung ändert daran nichts. Ob sich ein Vinylboden für Feuchträume eignet und unter welchen Bedingungen er dort verlegt werden darf, gibt sein jeweiliger Hersteller vor. Insbesondere für Bereiche mit regelmäßigem Spritzwasser oder stehender Nässe ist eine solche Freigabe relevant.

Damit ein Vinylfußboden in seiner Gesamtheit wasserdicht ist, muss er fachgerecht verlegt und samt Anschlüssen und Fugen entsprechend ausgeführt und abgedichtet werden. Für Dusche, Nasszelle oder andere Bereiche mit dauerhaft hoher Wasserbelastung sollten Sie daher ausschließlich einen dafür freigegebenen Bodenbelag verwenden und sich an die Verlegeanleitung des Herstellers halten.

Bei stärkerer Wasserbelastung kann außerdem eine vollflächige Verklebung sinnvoll bzw. vom Hersteller vorgeschrieben sein. Entscheidend sind auch hier die Vorgaben für den jeweiligen Bodenbelag und Klebstoff. Aus langjähriger Erfahrung empfehlen wir, mit einem Polymerklebstoff im Nassbett zu verkleben.

Besonders wichtig ist eine fachgerechte Abdichtung von Rand- und Anschlussfugen sowie anderen Stellen, an denen Wasser unter den Belag gelangen könnte. Geeignete Dichtstoffe und deren Verarbeitung sollten ebenfalls den Hersteller- bzw. Systemvorgaben entsprechen. Aus unserer Sicht macht sich Sanitär-Silikon mit PE-Rundschnur am besten. Beachten Sie, dass solche Dichtmittel von Zeit zu Zeit erneuert werden müssen, damit keine kleinen Öffnungen entstehen, durch die Feuchtigkeit in die Fugen eindringen kann!

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