Wenn Dehnfugen von verklebten Bodenbelägen nicht anderweitig verdeckt oder kaschiert werden können, haben Dehnfugenprofile ihren großen Auftritt. Die filigranen Metallschienen füllen die unschönen Zwischenräume elegant und fachgerecht. Beachten Sie bei der Auswahl, dass Sie sich für die Profilhöhe entscheiden, die zu Ihrem Bodenbelag passt! Mehr erfahren →
Kaufberatung: Dehnungsfugenprofil für Klebeböden
Alle Materialien sind in Bewegung. Selbst wenn sie rundherum fixiert sind, verändern die Atome, Moleküle und größere strukturelle Komponenten innerhalb von ihnen ihre Position. Physikalische Faktoren spielen dabei eine entscheidende Rolle. Beispielsweise kann Wärme dazu beitragen, dass Atome sich stärker bewegen als im "Normalzustand" und dadurch eine Art Wanderungsbewegung aufnehmen. Übertragen auf Bodenbeläge und ihre Materialien bedeutet das in der Regel, dass sich die Abmessungen einzelner Belagsstücke und damit des gesamten Bodenbelags stetig verändern. Bei Parkett umschreibt man diese Tatsache mit der Floskel: "Holz arbeitet".
Für alle anderen Bodenbelagsmaterialien gilt das auch! Temperaturveränderungen sind der entscheidende Grund dafür, dass sie sich ausdehnen oder zusammenziehen. Je elastischer ein Bodenbelag ist, umso größer auch seine Beweglichkeit. Daher sollten Vinylböden beispielsweise stets mit ausreichenden breiten Randfugen und auf größeren Flächen sogar mit Dehnungsfugen zur Unterbrechung verlegt werden.
Wann brauche ich ein Dehnfugenprofil und wann nicht?
Lassen Sie sich nicht von der Bezeichnung irritieren: Dehnfugenprofile sind eine Lösung für alle Bewegungsfugen. Das heißt, dass sie nicht nur in Dehnungsfugen innerhalb von Bodenbelagsflächen installiert werden sollten, sondern auch in Randfugen, falls diese nicht anderweitig fachgerecht gefüllt oder kaschiert werden. Mit Randfugen meinen Fachleute übrigens nicht nur die Fugen an den Rändern von Bodenbelägen, sondern auch Bewegungsfugen, die Estrich begrenzen. Diese sind ebenso auf den darüber verlegten Bodenbelag zu übertragen wie Begrenzungsfugen, die dafür vorgesehen sind, große Estrichflächen aufzuteilen – im Fachjargon spricht man von Estrichfugen. Daher werden Dehnfugenprofile auch Estrichfugenprofile genannt.
Ein weiterer Anwendungsbereich für Dehnfugenprofile sind Anschlussfugen zwischen aneinandergrenzenden Bodenbelägen. Auch diese Fugen dienen dazu, Bewegungsspielräume zuzulassen. Und da sie oft mitten in einem Raum oder an Übergängen zwischen Räumen verlaufen, sollten sie schon allein aus ästhetischen Gründen mit einem Profil ausgestattet werden. Weitere Funktionen von Dehnfugenprofilen liegen darin, Feuchtigkeit, Schmutz und Staub am Eindringen in Fugen zu hindern sowie Fugen nach außen hin zu schließen, damit sie keine Verletzungsgefahr darstellen.
Im weiteren Sinne dienen Dehnfugenprofile dazu, Bewegungen und daraus resultierende Spannungen innerhalb und zwischen Bodenbelägen, Fußböden und angrenzenden Bauteilen aufzunehmen und auszugleichen.
Welche Dehnfugenprofile als Bodenzubehör gibt es?
Dehnfugenprofile für Bodenbeläge und Fußböden werden vor allem nach ihrem Material und ihrer Belastbarkeit, ihrem Dehnungsvermögen, ihren Abmessungen und der vorgesehenen Installationsweise unterschieden. Bei BodenFuchs24 erhalten Sie Dehnfugenprofile aus Aluminium. Im Handel gibt es darüber hinaus auch Edelstahl- und Kunststoff-Dehnfugenprofile. Der Vorteil von Dehnfugenprofilen aus Metall liegt darin, dass sie stärker belastbar sind als ihre Pendants aus Kunststoff. Alu-Dehnfugenprofile eignen sich sowohl für private als auch gewerbliche Bereiche mit mittlerer bis hoher Beanspruchung. Sie verbinden hohe Belastbarkeit mit einem vergleichsweise geringen Eigengewicht. Sie sind korrosionsbeständig, langlebig und bieten zuverlässigen Schutz bei thermischer oder mechanischer Bewegung der Bodenmaterialien.
Unterschiede beim Dehnungsvermögen resultieren vor allem aus der Profilgeometrie: Je nach Modell sind die Profile starr oder mit einem elastischen Dehnungselement versehen, das horizontale Bewegungen des Bodens aufnimmt. Mit Blick auf die Installationsweise gibt es zwei Varianten: Einige Profile werden flächenbündig in den Bodenaufbau integriert, andere nachträglich aufgesetzt. Während eingelassene Dehnfugenprofile in der Regel im Zuge der Bodenverlegung mit eingespachtelt oder verklebt werden, lassen sich aufliegende Profile oft auch bei bereits bestehenden Belägen nachrüsten – entweder durch Schrauben oder Kleben.
Welche Methode infrage kommt, hängt vom Profiltyp, dem Untergrund und der Bauphase ab. So lassen sich Dehnfugenprofile logischerweise nicht nachträglich in Estrichfugen installieren, wenn bereits der Bodenbelag darüber verlegt wurde. Weitere Szenarien, bei denen eine nachträgliche Installation nicht mehr möglich ist, sind zu enge Fugen, ungerade verlaufende Fugen sowie bewegliche Untergründe, die kein sicheres Fixieren eines Dehnfugenprofils zulassen.
Alu-Dehnfugenprofile – Eigenschaften & Anwendung
Die Aluminium-Dehnfugenprofile aus unserem Sortiment bestehen aus zwei parallel zu einander verlaufenden Schenkeln, die durch ein elastisches Material voneinander getrennt werden. Dieses Material füllt die so genannte "Dehnzone" aus, die Bewegungen in vertikaler und horizontaler Richtung aufnehmen kann. Die parallel verlaufenden Profilschenkel haben von sich ausgehend eine Auflagefläche, die sie am Untergrund stabilisiert. In diese Auflagefläche sind in regelmäßiger Anordnung Löcher gestanzt, um den Profilaufbau insgesamt elastischer zu machen. So kann er seine Funktion als Bewegungs- und Spannungsausgleich ausüben. Außerdem dient die Stanzung dazu, dass bei der Installation der verwendete Kleber oder Spachtel hindurchfließen kann, sodass das Profil regelrecht "verankert" wird. Außerdem werden Lufteinschlüsse unter der Auflagefläche vermieden.
Bei dem Material, das für die Dehnungselemente in unseren Profilen genutzt wird, handelt es sich um vulkanisiertes Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM). Dieses Material ist besonders wetterfest, UV-beständig und elastisch, wodurch es Druck- und Zugbewegungen in Böden und Bodenbelägen dauerhaft aufnimmt, ohne dass es zu Rissen oder Schäden an den Materialien kommt. Aluminiumprofile mit EPDM eignen sich ideal für stark frequentierte Bereiche im Wohn- und Gewerbebereich. Dank ihrer neutralen Optik lassen sie sich zudem gut in verschiedene Einrichtungsumgebungen integrieren. Wählen Sie, ob Sie ein Modell mit beigefarbiger, grauer oder schwarzer EPDM-Fuge bevorzugen. Die Breite der Fuge beträgt 5 mm.
Alu-Dehnfugenprofil mit der richtigen Höhe auswählen!
Damit sie für möglichst viele Anwendungsfälle geeignet sind, bieten wir die Alu-Dehnfugenprofile auch mit verschiedenen Abmessungen an. So haben Sie einerseits die Wahl zwischen Ausführungen in 250 cm oder 300 cm Länge und können zum anderen für verschiedene Belagsstärken das passende Profil finden. Die flachsten Ausführungen sind auf 2 mm starke Bodenbeläge ausgelegt, die höchsten auf 15 mm. Beachten Sie: Damit ein Dehnfugenprofil seiner Aufgabe gerecht werden kann, empfehlen wir, die Höhe des Profils so zu wählen, dass nicht nur der Bodenbelag darunter passt. Es sollte zusätzlich Spielraum geben, damit ausreichend Ausgleichs- oder Spachtelmasse auf den Profilschenkeln liegt. Nur so ist dieser Bereich ausreichend saugfähig, wenn ein Klebeboden verlegt wird. Für das Klebemittel des Klebstoffs sollten Sie ebenfalls einen gewissen Spielraum einrechnen.
Es gilt die Faustregel: Zur Belagsstärke des Bodenbelags sollten 2 mm hinzuaddiert werden. Das heißt, wenn Sie einen 2 mm starken Bodenbelag verlegen möchten, sollten Sie zu einem Dehnfugenprofil mit 4 mm Höhe greifen.
Für welchen Bodenbelag eignen sich welche Fugenprofile?
Aus den oben genannten Angaben lässt sich ableiten, welche unserer Dehnfugenprofile für welche Bodenbeläge geeignet sind:
| Profilhöhe | typische Belagsstärke | geeignete Klebeböden (mit Verspachtelung) |
| 2 mm | - | nur für ebene Untergründe ohne Belag (z. B. als Übergangsprofil bei gespachtelten Flächen) |
| 3 mm | ca. 1 mm | dünne Klebe-Vinylböden und PVC-Böden (als Meterware) |
| 4,5 mm | ca. 2,5 mm | starke Klebe-Vinylböden, Linoleum, textile Beläge mit dünnem Rücken |
| 6 mm | ca. 4 mm | starke PVC-Böden, Kautschukbeläge |
| 8 mm | ca. 6 mm | verklebte Klick-Vinylböden, Klebe-Korkböden |
| 10 mm | ca. 8 mm | verklebte Klick-Korkböden, Nadelvlies |
| 12,5 mm | ca. 10 mm | hochflorige Teppichböden, Holzpflaster |
| 15 mm | ca. 13 mm | dünnes Massivparkett, Industrieböden, Aufbauten mit Zusatzdämmung |
Naturstein-, Steinzeug- und andere Fliesenböden mit den angegebenen Belagsstärken können Sie ebenfalls mit passenden Dehnfugenprofilen aus unserem Sortiment verlegen. Für stärkere Bodenbeläge bieten wir Ihnen gerne – auf Anfrage – passende Lösungen an. Zögern Sie nicht, sich mit unserer Kundenberatung in Verbindung zu setzen!
Alu-Dehnfugenprofilen richtig installieren
Für eine sichere und belastbare Funktion ist die fachgerechte Installation von Alu-Dehnfugenprofilen entscheidend. Eine gängige Methode ist das Einspachteln: Dabei werden die Profile direkt in den Spachtelbettaufbau integriert, sodass sie fest im Fußbodenaufbau verankert sind. Diese Installationsweise eignet sich besonders bei vollflächiger Spachtelung, wie sie häufig bei der Verlegung elastischer oder textiler Beläge erfolgt.
Die Installation unserer Dehnfugenprofile sollte durch Einkleben in ein sattes Kleberbett erfolgen. Fachleute der Anwendungstechnik empfehlen hierfür hoch belastbare Gießharz- oder Zwei-Komponenten-Epoxidharz-Klebstoffe, um eine dauerhafte Verbindung mit dem Untergrund sicherzustellen. Die Profile werden so eingelegt, dass geringe Mengen des Klebstoffs durch die Lochstanzung aufsteigen. Überschüssiger Kleber wird dann planeben abgezogen und anschließend mit Quarzsand abgestreut, um die Haftung der später aufzutragenden Ausgleichs- und Spachtelmasse zu verbessern. Der Niveauausgleich ist wichtig, damit die spätere Oberfläche des Bodenbelags bündig mit der Profiloberkante abschließt. So wird eine sichere, optisch ansprechende und funktional wirksame Integration des Dehnfugenprofils im Bodenaufbau erreicht.
Häufige Fragen zu Dehnungsfugenprofilen
Kann man Silikon anstelle von Dehnungsfugenprofilen verwenden? – Silikon ist kein gleichwertiger Ersatz für ein Dehnfugenprofil. Zwar kann eine elastische Silikonfuge kurzfristig Bewegungen aufnehmen, doch sie ist mechanisch deutlich weniger belastbar und unterliegt schnellerer Alterung. Besonders in stark frequentierten Bereichen oder bei größeren Bodenflächen besteht die Gefahr, dass sich Silikonfugen mit der Zeit ablösen, reißen oder ausbrechen. Dehnfugenprofile hingegen sind speziell dafür entwickelt, dauerhaft und stabil auf thermische sowie mechanische Bewegungen zu reagieren – ohne die Funktionalität oder Optik des Bodenbelags zu beeinträchtigen.
Wichtig zu wissen: Es gibt auch Dehnungsfugenprofile mit integrierten Silikoneinlagen. Diese verbinden die Elastizität von Silikon mit der Stabilität eines mechanischen Profils und bieten so eine dauerhafte Lösung – besonders in Bereichen mit mittlerer Beanspruchung oder spezifischen Designanforderungen.
Kann man Dehnungsfugenprofile in beheizten Fußböden installieren? – Ja, Dehnfugenprofile können problemlos in beheizten Fußbodenkonstruktionen verwendet werden. Sie sind dort sogar besonders wichtig. Durch Temperaturschwankungen bei der Nutzung einer Fußbodenheizung kommt es zu thermischen Längenausdehnungen im Bodenbelag. Ohne geeignete Dehnfugenprofile kann dies zu Spannungen führen, die sich in Form von Rissen, Wellen oder Ablösungen bemerkbar machen.
Gibt es noch andere Fugenprofile? – Ja, neben Dehnfugenprofilen gibt es eine Vielzahl weiterer Fugenprofile, die jeweils für unterschiedliche Anforderungen entwickelt wurden. Dazu zählen unter anderem: Abschlussprofile an freien Kanten oder an Wänden, um Bodenbeläge zu begrenzen, Übergangsprofile, die Höhenunterschiede zwischen angrenzenden Bodenbelägen ausgleichen, Schattenfugenprofile, etwa bei Podesten oder Treppenstufen, um eine dezente optische Trennung zu bieten und einige weitere. Hinzu kommen Akzentstreifen, um einen Fugeneffekt zu erzielen, sowie Wandprofile, die speziell für Rand- und Wandabschlüsse von Wandverkleidungen vorgesehen sind.
Wir hoffen, dass Ihnen damit ein Licht aufgegangen ist und Sie sich nun ein passendes Dehnfugenprofil für Ihren Anwendungsfall aussuchen. Falls weitere Unklarheiten bestehen, können Sie Ihre Fragen gerne an unsere Kundenberatung richten. Sie ist während der Bürozeiten telefonisch für Sie da. Alternativ können Sie Ihr Anliegen per E-Mail oder über das Kontaktformular an uns adressieren.