Wolle ist ein Naturmaterial mit vielen Vorteilen, aber auch empfindlich, wenn es mit Feuchtigkeit in Berührung kommt. Dementsprechend sorgfältig sollten Wollprodukte gereinigt werden. Das gilt auch für Teppiche aus Wolle: Werden sie nass gereinigt und unsachgemäß getrocknet, können ihre Fasern darunter leiden. Doch das ist längst kein Grund, auf die dekorativen Vorleger und Läufer zu verzichten. Mit unseren Tipps wird es Ihnen leicht fallen, Ihren Wollteppich pfleglich zu behandeln!
Unterschiede bei Wollteppichen
Wollteppich ist nicht gleich Wollteppich. Für die Herstellung von Teppichwaren sind verschiedene Wollarten geeignet. Am häufigsten kommt Schafswolle zum Einsatz. Weitere beliebte Wollarten sind Alpakawolle, Angorawolle, Kaschmirwolle, Merinowolle und Mohairwolle.
Nicht jede tierische Wolle eignet sich zur Fertigung eines Wollteppichs. Viele besitzen zu empfindliche Fasern oder passen einfach von der Struktur her nicht zu einem Teppich. Schafswolle bringt die besten Voraussetzungen mit. Auch Schaf-Schurwolle findet sich häufig als Rohmaterial für die Herstellung von Wollteppichen. Bei Schurwolle handelt es sich um Wolle, die ausschließlich durch die Schur lebender Schafe gewonnen wird. Dadurch bringt sie eine besonders hohe Qualität mit. Sie war weder einer schädigenden Verarbeitung ausgesetzt, noch bereits in einem anderen Erzeugnis enthalten. Bei herkömmlicher Schafwolle ist das anders. Sie kann durch Recycling gewonnen worden sein oder auch von den Fellen geschlachteter Tiere stammen.
Bei Baumwolle handelt es sich ebenfalls um ein verbreitetes Teppichmaterial, allerdings verfügt diese – auf Grund ihres pflanzlichen Ursprungs – über andere Eigenschaften als Wolle tierischen Ursprungs. Am einfachsten ist der Unterschied am Gewicht zu erkennen: Baumwolle ist deutlich schwerer als alle "echten" Wollarten.
| Baumwolle | Wolle |
| luftig und kühlend | wärmend und isolierend |
| robust und reißfest | federnd und elastisch |
| knittert leicht | kann eingehen |
| fleckempfindlich | schmutzabweisend |
| hautfreundlich | kann kratzen |
| pflegeleicht | eher empfindlich |
Baumwollteppiche sind vergleichsweise pflegeleicht, sie können ganz normal abgesaugt und abgeklopft werden. Kleinere Exemplare passen in die Waschmaschine. Sie sind bei 30 °C im Feinwaschprogramm waschbar. Zum Trocknen sollten Sie die Teppiche anschließend auf der Wäscheleine aufhängen oder über einen Wäscheständer legen. Alternativ lassen sich Baumwollteppiche in einer Badewanne auswaschen. Eine kleine Menge Waschmittel genügt. Das Wasser sollte nicht schäumen! Ziehen Sie den Teppich mehrmals durchs Wasser und wringen Sie ihn leicht aus. Wechseln Sie das Wasser danach und wiederholen Sie den Vorgang, bis kaum noch Schmutz zum Vorschein kommt. Zum Schluss spülen Sie den Teppich mit dem Duschkopf ab.
Vorteile von Wollteppichen
Wollteppiche sind so beliebt, weil sie ihrer Umgebung eine gemütliche Atmosphäre verleihen. Selbst in großen Räumen sorgt bereits ein kleiner Läufer für mehr Wohlgefühl. Doch die Naturteppiche aus Wolle bringen noch weitere Vorteile mit sich: Sie sind sehr robust, wirken zum Untergrund hin wärmedämmend und besitzen durch die lockere Struktur ihrer Fasern (gekräuselt und voluminös) eine hohe Formstabilität. Diese hohle Struktur speichert zudem hervorragend Wärme und Feuchtigkeit, was gerade an sehr kalten Tagen für unsere Füße sehr wohltuend ist. Darüber hinaus nehmen Wollfasern Gerüche aus der Umgebung auf und neutralisieren diese. Einen weiteren Vorteil bildet die hohe Elastizität sowie Stabilität von Wollgeweben: Beides führt dazu, dass Wollteppiche sehr lange ihre Form beibehalten. Selbst gegenüber Druckstellen durch schwere Möbel bzw. spitze Möbelfüße sind sie gut gewappnet.
Wollteppiche pflegen & schonen
Wollteppiche bleiben nur bei richtiger Pflege lange haltbar und ansehnlich. Folgende Tipps im Umgang mit den Naturprodukten geben wir Ihnen mit auf den Weg:
- 1 Neue Wollteppiche fusseln anfangs etwas. Sie verlieren überschüssige Fasern, die sich zu kleinen Kugeln ballen. Sollten Sie das auch bei Ihrem Exemplar beobachten, können wir Sie beruhigen: Es besteht allerdings kein Handlungsbedarf! Anfängliche Fusseln sind eher ein Qualitätsmerkmal. Im Laufe der Zeit legt sich das und der Teppich ist frei von Fusseln. Auf keinen Fall sollten Sie zu einer Bürste greifen, um die Fusseln aufzusammeln! Dies würde das glatte Gegenteil bewirken, weil Sie damit die Wolle strapazieren. Fallen Ihnen überstehende Fäden auf, können Sie diese bedenkenlos mit einer Schere stutzen.
- 2 Staubsaugen verhindert, dass sich Schmutz in den Fasern festsetzt. Gerade in Haushalten mit Angehörigen, die eine Neigung für allergische Reaktionen haben, sollten Sie Wollteppiche regelmäßig absaugen. Regelmäßig bedeutet hier: einmal wöchentlich saugen, um Staub und Dreck zu beseitigen. Zum Staubsaugen sollten Sie eine glatten Bodendüse verwenden, da der Wollteppich bereits durch leichte Beschädigungen seines Gewebes aufgeraut wird.
- 3 Hilft das Absaugen nicht mehr, können Sie tiefer sitzenden Staub und Schmutz durch Ausklopfen aus Ihrem Wollteppich lösen. Hängen Sie den Teppich dazu am besten im Grundstück über eine Stange oder ein Geländer, über das Sie vorher ein sauberes Laken gelegt haben. Wichtig ist, dass Sie den Teppich mit der Oberseite aufhängen und die Rückseite zum Klopfen zu Ihnen zeigt. Geklopft wird von oben nach unten, ohne allzu viel Kraft dafür aufzuwenden. Beachten Sie, dass handgeknüpfte Teppiche zu empfindlich für diese Reinigungsmaßnahme sein können!
- 4 Teppiche aus naturbelassener Wolle sind anfällig für Mottenbefall. Die Schädlinge suchen sich am liebsten wenig begangene, selten gereinigte und an dunklen Stellen verlegte Exemplare aus. Beliebte Hausmittel zur Vorbeugung von Mottenbefall sind Pheromonstreifen, die an unauffälligen Stellen in der Umgebung des Teppichs angebracht werden müssen, oder Zeitungspapier, das unter dem zu schützenden Teppich auszulegen ist.
- 5 Sollten Sie Ihren Wollteppich einmal vorübergehend lagern müssen, ist es wichtig, dass Sie den Teppich fest um eine lange Kartonröhre wickeln. So vermeiden Sie, dass unschöne Falten entstehen. Darüber hinaus sollte der Teppich an einer trockenen Stelle liegend gelagert werden, um Schimmelbildung zu vermeiden. Achtung: Wollteppiche mögen es nicht, wenn schwere Gegenstände auf ihnen gelagert werden!
Beliebte Wollteppiche im Überblick
Wollteppiche von Flecken befreien & reinigen
Selbst bei einem sehr sorgsamen Umgang mit dem Wollteppich lassen sich Flecken nicht immer vermeiden. Um solche Makel zu beseitigen, sollten Sie umgehend aktiv werden:
- Flüssigkeiten lassen sich am besten mit einem farblosen Handtuch oder einem Küchentuch aufsaugen.
- Fleckenmittel sollten Sie nur dann anwenden, wenn sich diese für die Anwendung auf Wollteppichen eignen!
Wenden Sie das Fleckenmittel erst dann an einer sichtbaren Stelle des Wollteppichs an, wenn Sie es an einer unauffälligen Stelle getestet haben. Ein gern gemachter Fehler besteht darin, dass der Teppich nass gemacht wird, um die Flecken zu entfernen. Das ist nicht notwendig. Lassen Sie feuchte Stellen trocknen und entfernen Sie eingetrocknete Flecken durch das Abkratzen mit einem Messer!
Ab und zu sollte Ihr Wollteppich schonend gewaschen werden. Ein größeres Exemplar geben Sie dazu am besten bei einer professionellen Reinigung ab. Handliche Exemplare können Sie auch selbst in der Dusche oder Badewanne mit lauwarmem Wasser durchspülen – so wie oben bei Baumwollteppichen beschrieben. Verwenden Sie dabei nur Reinigungsmittel, die für Wolle bzw. Wollteppiche geeignet sind! Bleichmittel oder die Allzweckwaffe Essig kommen nicht infrage. Ein beliebtes Hausmittel ist eine Lauge, die entsteht, wenn Sie etwas Wollwaschmittel in lauwarmes Wasser geben. Arbeiten Sie diese vorsichtig in den Wollteppich ein. Nachdem Sie die behandelte Stelle mit einem sauberen Tuch abgetupft haben und der Teppich wieder trocken ist, saugen Sie den Wollteppich ab. Beim Trocknen sollten Sie darauf achten, dass der Teppich glatt liegt und keine Wellen bildet!