Nachhaltigkeit ist längst mehr als ein Trend – sie verankert sich zunehmend im Bewusstsein von Wirtschaft und Gesellschaft. Ganze Unternehmensphilosophien werden angepasst, um nachhaltiges Wirtschaften voranzutreiben oder gar in den Mittelpunkt zu stellen. In einigen Branchen mag diese Umstellung zwar noch eine Marketingstrategie sein, gerade für energieintensive Industriebetriebe ist sie aber mehr und mehr eine Überlebensfrage.
Und Sie werden es selbst gemerkt haben: Auch im privaten Bereich gewinnt der Nachhaltigkeitsgedanke stetig an Bedeutung. Immer mehr Menschen legen Wert auf ein umweltfreundliches Zuhause und entscheiden sich bewusst für ökologische Materialien, Möbel und Bodenbeläge. Während früher vor allem die Kostenersparnis im Vordergrund stand, rücken heute Qualität, Langlebigkeit und ökologische Aspekte in den Fokus. Denn die einfache Gleichung "je günstiger – umso besser" geht nicht mehr auf. Der gesamte Lebenszyklus von Waren rückt in den Fokus, denn am Ende kommen wir alle für die Entsorgungs- und Umweltfolgekosten nicht-nachhaltiger Produkte auf.
1. Was bedeutet Nachhaltigkeit?
Der Begriff "Nachhaltigkeit" ist in aller Munde. Ob Nachhaltigkeitsmanagement oder Nachhaltigkeitsbericht: Ohne Nachhaltigkeit geht es nicht mehr. Doch was ist Nachhaltigkeit? Kurz gesagt: Nachhaltiges Handeln bedeutet ein wirtschaftlich effizientes, ökologisch tragfähiges und sozial gerechtes Handeln. Das schließt ein, beim Verbrauch von Rohstoffen und anderen Ressourcen der Erde Rücksicht auf die nachfolgenden Generationen zu nehmen und nicht mehr zu verbrauchen als nachwachsen kann. So soll Nachhaltigkeit gewährleisten, dass ein natürliches, regeneratives System erhalten bleibt.
Nachhaltigkeit ist nicht nur eine Frage des Natur- und Umweltschutzes oder des Ressourcenverbrauchs. Sie muss mit den ökonomischen und sozialen Zielen vereinbar sein. Schließlich beeinflussen sich Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft gegenseitig. Daher müssen alle Bereiche berücksichtigt werden, um die nachfolgende Generation nicht zu gefährden.
2. Welche Bodenbeläge können nachhaltig sein?
Was sind nachhaltige Bodenbeläge eigentlich? Die Antwort ist einfach: Nachhaltige Bodenbeläge sind Bodenbeläge, die ökologisch tragfähig, wirtschaftlich effizient und sozial gerecht hergestellt werden. Bodenbeläge wie Bio-Designboden, Korkboden, Laminat, Linoleum und Parkett zählen aufgrund ihrer Eigenschaften dazu.
Bio-Designboden – nachhaltige Alternative zu Vinylboden
Designböden von führenden Herstellern sind gesundheitlich unbedenklich und nach den Maßstäben bekannter Umweltzertifikate wie der "Blaue Engel", FloorScore® oder GREENGUARD® auch umweltfreundlich. Betrachtet werden dabei jedoch vor allem ihre Produktionsbedingungen, ihre Emissionen und ihre Recyclingfähigkeit. Wenn Sie Designböden suchen, die kunststoffarm produziert werden und frei von Polyvinylchlorid (PVC) und Weichmachern sind, empfehlen wir Ihnen Bio-Designböden. Diese stehen den beliebten Vinyl-Designböden qualitativ in nichts nach und sind vergleichbar pflegeleicht und strapazierfähig. Auch die Auswahl an Designs ist bei Bio-Designböden groß, sodass für jeden Wohn- und Einrichtungsstil etwas dabei ist.
Ausgewählte Bio-Designböden
Laminat – kunststoffarm & vielseitig
Laminat gehört zu den umweltfreundlichen Bodenbelägen, denn es besteht zu 95 % aus natürlichen Materialien wie Holz, Holzwerkstoffen und Papier. Da Laminat seine Optik nicht etwa teuren Edelhölzern verdankt, sondern bedrucktem Dekorpapier, können bedrohte Baumarten und -bestände geschont werden. Zudem lassen sich auch andere Materialien auf dem Dekor nachbilden – wie Beton, Marmor oder Sandstein. Dank seines hohen Holzanteils ist Laminat robust, dimensionsstabil und den täglichen Beanspruchungen in Wohnbereichen problemlos gewachsen. Seine Entsorgung ist vergleichsweise unkompliziert: Sie können Sie Laminatreste entweder in den Restmüll werfen oder bei größeren Mengen auf dem Wertstoffhof abgeben. Von dort aus gelangen sie häufig zur Altholzaufbereitung und werden zu Holzschnitzeln weiterverarbeitet.
Linoleum – natürlicher geht’s kaum!
Linoleum besteht aus natürlichen Rohstoffen wie Leinöl, Holz- oder Korkmehl, Naturharzen, gemahlenem Kalkstein, Pigmenten und Naturharzen. Als Trägermaterial dient Jute. Der als Meter- und Stückware erhältliche Bodenbelag bietet ein angenehm weiches Trittgefühl und kann hervorragend über Fußbodenheizungen verlegt werden. Dadurch wirkt Linoleum auch an kalten Tagen fußwarm. Hygiene, Pflegeleichtigkeit, Antistatik und antibakterielle Eigenschaften sind zusätzliche Eigenschaften, die den Bodenbelag so beliebt machen. Moderne Optiken und zahlreiche Dekore tun ihr Übriges. Damit es strapazierfähig und robust genug für Anwendungsbereiche in Gewerbe und Verwaltung ist, wird Linoleum in der Regel mit Spezialkunststoffen oberflächenvergütet. Ohne diese Vergütung wäre es nachhaltiger, aber leider nur eingeschränkt einsetzbar.
Parkett – umweltfreundlich aus nachhaltiger Forstwirtschaft
Parkett besteht aus Vollholz oder verleimten Holzschichten und zählt zu den klassischen Bodenbelägen. Seine natürlichen Materialien gehören zu den nachwachsenden Rohstoffen, sind aber nur im engeren Sinne nachhaltig, wenn sie auch aus einer nachhaltigen Forstwirtschaft stammen. Achten Sie vor dem Kauf auf entsprechende Zertifizierungen! Ein starkes Argument für Parkett ist seine Langlebigkeit: Weist seine Massivholz-Deckschicht Gebrauchsspuren oder Schäden auf, kann sie abgeschliffen werden und sieht danach wieder neuwertig aus. Bei anderen Bodenbelägen ist eine solche "Verjüngung" meist nicht möglich. Sehen sie nicht mehr schön aus, werden sie ausgetauscht.
Kork – Material der Zukunft
Kork ist ebenso wie Holz ein natürlicher und nachwachsender Rohstoff, aus dem nicht nur Trittschallmatten oder Zwischenschichten in Designböden, sondern auch vollwertige Bodenbeläge gefertigt werden. Im Unterschied zu Holzboden muss für Korkboden kein einziger Baum gefällt werden! Lediglich die Rinde von Korkeichen findet Verwendung. Sie wird nach der Ernte zerkleinert, gepresst und zu Fliesen oder Dielen weiterverarbeitet. Dadurch sind die fertigen Korkböden vollständig recyclebar und wahre CO²-Speicher. Dank der isolierenden Eigenschaften des Materials lassen sich zudem Energiekosten einsparen – ein weiterer Aspekt der Nachhaltigkeit von Kork. Dass die Bodenbeläge darüber hinaus emissionsfrei und äußerst wohngesund sind, macht sie bei Allergikern sehr beliebt.
Sisal, Jute & Co. – Bodenbeläge pflanzlichen Ursprungs
Teppichbeläge können nachhaltig sein, sofern sie aus nachwachsenden, natürlichen Rohstoffen bestehen – infrage kommen vor allem Jute, Sisal, Hanf und Kokos. Aus den Fasern dieser Pflanzen lassen sich nicht nur Naturteppiche, sondern zum Teil auch Teppichböden als Auslegewaren fertigen. Beide Arten von Bodenbelägen erfordern allerdings einen hohen Pflegeaufwand und sind nicht ganz so langlebig wie Modelle aus synthetischen Fasern. Wie umweltfreundlich die Erzeugnisse sind, können Sie anhand von Prüfsiegeln wie dem "Blauen Engel" und einem Produktpass der Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden e. V. ablesen. Dieser gibt auch Aufschluss darüber, wie gesundheitsverträglich der jeweils zertifizierte Teppichbelag ist.
Steinboden – nicht nachwachsend, aber relativ nachhaltig
Naturstein wächst zwar nicht nach, ist aber ein vergleichsweise nachhaltiger Rohstoff für Bodenbeläge – vor allem, wenn es sich um regional abgebauten Granit oder Sandstein handelt. Diese Gesteine können mit überschaubarem Energieaufwand verarbeitet und mit geringem CO²-Ausstoß zum Verwendungsort transportiert werden. Praktische Vorteile von Steinböden liegen in ihrer Wasserfestigkeit, Langlebigkeit und dem geringen Reinigungsaufwand. Vorsicht ist lediglich bei der Behandlung mit Pflege- und Reinungsmitteln angebracht. Naturstein reagiert empfindlich auf Säuren.
Beliebte Korkböden im Überblick
3. Nachhaltige Bodenbeläge bei BodenFuchs24
Als Fachhändler für Bodenbeläge fühlt sich BodenFuchs24 dem Nachhaltigkeitsgedanken besonders verbunden: Wir wissen nur zu gut um die Wahlfreiheit, die der Markt mittlerweile bietet. Im Unterschied zu vielen anderen Baumaterialien und Konsumgütern vereinen viele Bodenbeläge bereits heute Nachhaltigkeit mit erschwinglichen Preisen und hoher Qualität – auch in unserem Sortiment! In unserer Kategorie Bioboden haben wir Ihnen eine große Auswahl zusammengestellt. Neben reinen Korkböden finden Sie hier auch PVC-freie Designböden mit Kork und anderen organischen Komponenten wie hochdichter Faserplatte (HDF) und Bio-Polyurethan.
Selbstverständlich bieten wir Ihnen auch den nachhaltigsten elastischen Bodenbelag an: Linoleum. Sie werden überrascht sein, wie vielseitig der Klassiker geworden ist! Dank verfeinerter Designs und neuer Formate ist er ein Thema für private Wohnbereiche oder wohnliche Geschäftsräume geworden. Etwas preisintensiver, aber dafür absolut frei von Kunststoffen und daraus resultierenden Emissionen sind unsere Parkettböden von Markenherstellern wie Hinterseer und Tarkett. Ihr mehrschichtiger Aufbau reduziert den Bedarf an hochwertigem Hartholz, zugleich können Sie gewiss sein, dass Sie ein reines Holzprodukt erwerben. Die integrierten Klicksysteme erleichtern ihre Verlegung und senken somit die Verarbeitungskosten.
"QNG-ready" bei BodenFuchs24
Die Abkürzung QNG ist Ihnen bei der Recherche nach einem Bodenbelag vielleicht schon einmal begegnet. Sie steht für "Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude". Das Siegel wird vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) gefördert. Für Gebäude, die das Siegel erhalten, können spezielle Förderungen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragt werden. Das Siegel selbst wird von akkreditierten Zertifizierungsstellen vergeben. Das Sentinel Holding Institut (SHI) gehört nicht dazu. Dennoch lassen immer mehr Hersteller ihre Bodenbeläge vom SHI mit dem Siegel "QNG-ready" kennzeichnen.
Warum ist das so? – Dazu muss man wissen, dass das SHI ein privatwirtschaftliches Unternehmen ist, das aus der Idee hervorging, "nachhaltiges, kreislauffähiges und schadstoffgeprüftes Bauen"1 zu erleichtern. Zu diesem Zweck bietet das SHI die größte Datenbank für nachhaltige und schadstoffgeprüfte Produkte an. Darunter sind auch Bauprodukte, die bei der Vergabe des QNG-Siegels prüfungsrelevant sind. Damit Architekten, Bauherren und alle anderen am Bau Beteiligten direkt bei ihrer Recherche erkennen können, welche der gelisteten Produkte am Ende für die QNG-Zertifizierung geeignet sind, hat SHI das Siegel "QNG-ready" eingeführt. Diese Idee finden wir grundsätzlich gut. Deshalb können Sie auch in unserem Onlineshop nach Bodenbelägen mit diesem Siegel recherchieren.
Wie bereits erwähnt, kann das SHI jedoch nicht über die Vergabe des QNG-Siegels entscheiden! Die Entscheidung der akkreditierten Zertifizierungsstellen erfolgt unabhängig von den Ergebnissen, zu denen das SHI bei der Vergabe von "QNG-ready" gekommen ist. Deshalb weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass das Siegel nur informativen Charakter hat. Ansprüche auf den Erhalt des QNG-Siegels (und möglicher KfW-Förderungen, die daran geknüpft sind) lassen sich daraus nicht ableiten. (Bild: Edward Howell, Unsplash)
4. Ausblick
Nach diesem Überblick stellen Sie sich vielleicht die Frage: Wie viel Nachhaltigkeit ist bei Bodenbelägen eigentlich (noch) möglich? Etablierte Lösungen aus Naturmaterialien gibt es bereits. Zudem werden Kunststoffe mehr und mehr durch organische Stoffe ersetzt. Kann es hier noch eine Steigerung geben? Die Antwort lautet: Ja! – Nachhaltigkeit bei Bodenbelägen hört nicht bei Holz, Kork, Pflanzen und Stein auf. Auch die Tierhaltung liefert wertvolle Materialien für ein nachhaltiges Zuhause. Ein klassisches Beispiel ist der Schafwollteppich. Hinzu kommt Lamm- und Ziegenfell, die zur Herstellung von Teppichen und Teppichfliesen herangezogen werden. Wie bei jeder wirtschaftlichen Nutzung von Tierprodukten kommt es auch hier darauf an, dass das Tierwohl respektiert und von unabhängiger Seite sichergestellt wird.
Denkanstöße für mehr Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit kann beim Bodenbelag anfangen, aber hört definitiv nicht bei ihm auf. Wie wir auch in unserem Interview mit Tatjana Franz erfahren haben, gibt es viele weitere Ansatzpunkte und Möglichkeiten, die zukunftsorientierte Philosophie in den Alltag zu integrieren. Sie könnten beispielsweise versuchen, Gegenstände so lange wie möglich zu benutzen. Dazu gehört auch, die vorherrschende Wegwerfmentalität zu überwinden und defekte Waschmaschinen, Mikrowellen etc. reparieren zu lassen, anstatt sie zu entsorgen. Denn mit jeder Neuproduktion erhöht sich auch der Emissionsausstoß. In einigen Teilen Deutschlands gibt es inzwischen sogar Prämien dafür, Geräte reparieren zu lassen, anstatt sie zu entsorgen.
Auch das Reduzieren von Müll hilft, die Nachhaltigkeit zu stärken. Viele Supermärkte bieten sogenannte Obst- und Gemüsenetze an, in denen die Früchte und das Gemüse verpackt werden. Im Gegensatz zu den Plastiktüten, sind diese Behältnisse mehrfach verwendbar. Beim Kauf von Toilettenpapier können Sie darauf, dass Sie Produkte mit dem "Blauen Engel" kaufen. Das bedeutet, dass das verwendete Papier zu 100 % aus Altpapier besteht und keine Urwaldbäume dafür sterben mussten. Auf Lebensmittel mit kurzen Transportwegen zu achten und Grundlegendes beim Bauernhof um die Ecke einzukaufen, sind ebenfalls gute Möglichkeiten, nachhaltiger zu leben – besonders, wenn es sich um einen ökologischen Landwirtschaftsbetrieb handelt.
Tiere werden in puncto Nachhaltigkeit oft vergessen. Dabei hilft es ungemein, kein Fleisch aus Massentierhaltung zu verzehren. Was Viele nicht wissen: In der Massentierhaltung ist Soja ein Bestandteil des Futters. Für den Anbau von Soja werden großflächig Regenwälder gerodet, was den Klimawandel erheblich beschleunigt und Tierarten den Lebensraum nimmt. Das wiederum begünstigt ein Aussterben verschiedener Tier- und Pflanzenarten. Im Verlauf der Evolution sind laut wissenschaftlicher Studien bereits fünf bis fünfzig Milliarden Tier- und Pflanzenarten ausgestorben. Ein Verlust, für den unser aller Umdenken bereits zu spät kommt.
1 Quelle: https://www.sentinel-holding.eu/de/%C3%9Cber%20uns/Unternehmen/Sentinel%20Holding%20Institut, zuletzt aufgerufen am 20.08.2025