Linoleum ist ein nachhaltiger, strapazierfähiger und fußwarmer Bodenbelag, der sich sowohl für Wohnräume als auch für stark beanspruchte Objektbereiche eignet. Im Unterschied zu vielen Kunststoffböden besteht Linoleum überwiegend aus natürlichen Rohstoffen wie Leinöl, Holzmehl und Jute – und kommt ohne Weichmacher aus. Auf dieser Seite finden Sie eine kompakte Übersicht zu allen Linoleum-Varianten, Einsatzbereichen und Auswahlkriterien. Nutzen Sie die folgenden Abschnitte, um den passenden Boden für Ihr Projekt zu finden. Zur Kaufberatung →

Linoleum kaufen: Kaufberatung & Überblick
Linoleum gibt es in verschiedenen Aufbau- und Formatvarianten, die sich je nach Einsatzbereich unterscheiden. Für Wohnräume stehen modular verlegbare Modelle mit angenehmer Haptik im Vordergrund, während in Schulen, Praxen oder Gewerbeflächen robuste Modelle zur Verlegung in Bahnen gefragt sind. Auch die Oberflächenvergütung spielt eine Rolle: Moderne Versiegelungen erleichtern die Pflege und erhöhen die Widerstandsfähigkeit im Alltag. Zusätzlich bietet Linoleum eine große Auswahl an Farben und Texturen – von klassischen Marmorierungen bis zu ruhigen Uni-Tönen. Die folgenden Abschnitte zeigen, welche Variante für Ihr Projekt am besten geeignet ist.
Warum besitzt Linoleum besondere Eigenschaften?
Die Robustheit, Elastizität und Langlebigkeit von Linoleum sind kein Zufall, sondern das Ergebnis eines traditionsreichen Herstellungsverfahrens, das sich seit über 150 Jahren bewährt hat. Die Kombination aus natürlichen Rohstoffen und einem mehrstufigen Reifeprozess sorgt dafür, dass der Belag druckstabil bleibt, sich angenehm fußwarm anfühlt und auch bei intensiver Nutzung seine Optik behält. Wir haben in Beratungsgesprächen festgestellt: Wer die Funktionsweise des Materials versteht, kann besser einschätzen, welche Linoleum-Variante für unterschiedliche Einsatzbereiche geeignet ist.
Wie wird Linoleum hergestellt?
- Die Hauptzutaten Leinöl und Naturharze werden oxidiert und zu einer Masse verarbeitet, die sich "Linoleumzement" nennt.
- Mithilfe von Trockenstoffen aus organischen Metallverbindungen kann die Masse gleichmäßig ausreifen und portioniert werden.
- Nach dem Reifeprozess werden der Masse Naturharze, Kork- oder Holzmehl und Kalksteinpulver beigemengt. So entsteht ein elastisches Verbundmaterial, die "Linoleummasse".
- Mithilfe von natürlichen und zum Teil synthetischen Farbstoffen wird die Masse pigmentiert – und somit gestaltet.
- Als stabilisierende Träger für das Verbundmaterial werden gesponnene oder gewebte Jutefasern verwendet. Beide werden miteinander verpresst.
Linoleum-Hersteller im Überblick
Obwohl Linoleumböden nach unseren Erfahrungen häufig nachgefragt werden, ist der Markt dafür heutzutage überschaubar. Zu den wichtigsten Herstellern zählen Forbo Flooring, Gerflor DLW und Tarkett. Ihre Produkte unterscheiden sich vor allem:
- in ihrer Oberflächenvergütung
- in der gebotenen Design- und Farbauswahl
- bei Belagsstärken und technischen Eigenschaften
In unserem Sortiment finden Sie ausgewählte Modelle dieser Hersteller – abgestimmt auf unterschiedliche Einsatzbereiche und Anforderungen. Nutzen Sie die entsprechende Filterfunktion, um eine Vorauswahl zu treffen!
Was spricht für Linoleum?
Linoleum zählt seit dem 19. Jahrhundert zu den bewährtesten elastischen Bodenbelägen. Dass es viele konkurrierende Materialien überdauert hat, liegt sowohl an seinen natürlichen Eigenschaften als auch an der kontinuierlichen Weiterentwicklung durch die Hersteller. Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
| Umweltfreundlich | besteht hauptsächlich aus natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen |
|---|---|
| Widerstandsfähig | hält mechanischen Belastungen und vielen Chemikalien stand |
| Farbenfroh | kann praktisch in jedem Farbton hergestellt werden |
| Flammhemmend | kleine Zündquellen (z. B. Zigaretten) verlöschen auf der Oberfläche |
| Schallhemmend | reduziert Trittschall hörbar |
| Rutschhemmend | bietet gute Rutsch- und Trittsicherheit |
| Allergikerfreundlich | antistatisch, bakterienhemmend und fungizid |
Falls Sie sich ein vollständiges Bild machen möchten: In unserem Ratgeber haben wir die Eigenschaften von Linoleum zusammengefasst.
Moderne Varianten von Linoleum
Mit der Weiterentwicklung der ursprünglichen Rezeptur hat sich Linoleum nicht nur optisch, sondern auch konstruktiv verändert. Neben klassischer Bahnenware stehen heute weitere Varianten zur Verfügung:
- Modulares Linoleum: Planken oder Fliesen im Großformat (z. B. 100 × 25 cm), die sich flexibel kombinieren lassen. Ideal für Holz- oder Steinoptiken. Die Verlegung erfolgt im Kleberbett.
- Klick-Linoleum: Eine Linoleum-Deckschicht auf HDF-Träger mit Kork-Gegenzug. Die Dielen werden schwimmend im Klicksystem verlegt; die Fugen sind nicht versiegelt. Diese Variante ist technisch kein reines Linoleum (eher ein Linoleum-Laminat), bietet aber eine einfache Verlegung.
Qualitätsmerkmale und technische Kriterien
Neben Format und Verlegeart spielen auch qualitative Faktoren eine wichtige Rolle. Besonders relevant sind Belagsstärke und Nutzungsklasse.
Belagsstärken im Überblick
- ab 2,00 mm Belagsstärke: für Haushalt, Wohnbereiche und Büros geeignet
- ab 2,50 mm Belagsstärke: zusätzlich für Geschäfts- und Aufenthaltsräume geeignet
- ab 3,00 mm Belagsstärke: zusätzlich für Krankenhäuser, öffentliche Einrichtungen und Verkehrsmittel geeignet
Bei BodenFuchs24 erhalten Sie Linoleum in 2,50 mm Stärke; Klick-Linoleum ist konstruktionsbedingt stärker. Bei fachgerechter Verlegung liegt die Lebensdauer bei bis zu zwanzig Jahren.
Nutzungsklassen nach DIN 10874
- 23 – starke Beanspruchung in privat genutzten Wohnräumen
- 32 – geringe Beanspruchung in Gewerbe- und Objektbereichen
- 33 – starke Beanspruchung in Gewerbe- und Objektbereichen
- 34 – sehr starke Beanspruchung in Gewerbe- und Objektbereichen
Tipp: Nutzen Sie den Filter Nutzschichtdicke, um geeignete Modelle schnell zu finden.
Gemeinsame Eigenschaften
Alle Lino-Bodenbeläge bei BodenFuchs24 sind:
- frei von Weichmachern und Phthalaten
- für Fußbodenheizungen geeignet
- mit dem "Blauen Engel" ausgezeichnet
Die entsprechenden Filter dienen daher der Orientierung, schließen aber keine Artikel aus.
Linoleumböden mit besonderen Eigenschaften
Je nach Einsatzbereich können zusätzliche funktionale Eigenschaften entscheidend sein:
Rutschhemmung
Linoleum erreicht üblicherweise die Klasse R9. Varianten mit R10 eignen sich für Eingangsbereiche, gehören aber derzeit nicht zu unserem Sortiment.
Leit- und ableitfähiges Linoleum
Spezielle ESD-Beläge verhindern elektrostatische Entladungen und werden in Technik- und Serverräumen eingesetzt. Diese Varianten führen wir aktuell nicht.
Schallreduktion
Linoleum dämpft Trittschall bereits durch seine natürliche Elastizität. Varianten mit zusätzlicher Dämmunterlage eignen sich besonders für lärmintensive Bereiche wie Großraumbüros, Klassenzimmer, Kantinen oder lange Flure.

Linoleum bei BodenFuchs24
Seit 2015 ergänzen Linoleumböden unser Sortiment als ressourcenschonender, elastischer Bodenbelag. Wir setzen auf geprüfte Markenqualität, klare technische Daten und fachkundige Beratung – für Projekte im privaten und gewerblichen Umfeld.
Für eine schnelle Lieferung haben wir Zugriff auf Bestände in Außenlagern. Am Standort Leipzig haben wir keine Lagerbestände, da die Rollen stehend gelagert werden müssen und unsere Kapazitäten begrenzt sind.
Gut zu wissen: Klassisches Linoleum wird in der Regel vollflächig verklebt, während Klick-Linoleum sich deutlich einfacher verlegen lässt – rund ein Drittel unserer Kundschaft entscheidet sich deshalb dafür.
Linoleum kaufen – welche Kriterien sind entscheidend?
Nachdem Sie nun einen Überblick über Aufbau, Varianten und Qualitätsmerkmale von Linoleum erhalten haben, geht es im nächsten Schritt darum, den passenden Belag für Ihr Projekt auszuwählen. Dabei helfen vier zentrale Fragen:
1. Wie viel soll der Linoleumboden kosten?
Der Preis hängt vor allem von Verlegeart und Format ab. Unterschiede zwischen den Herstellern fallen weniger ins Gewicht.
Linoleum Meterware (Bahnenware)
Bahnenware ist in der Regel die günstigste Variante. Der Quadratmeterpreis liegt – je nach Kollektion – deutlich unter dem von modularen oder klickbaren Systemen. Bei der Gesamtkalkulation sollten Sie berücksichtigen:
- Es ist zusätzlicher Klebstoff erforderlich.
- Eine fachgerechte Verklebung wird empfohlen.
- Ein Verschnitt von bis zu 10 % sollte eingeplant werden.
Klick-Linoleum
Klick-Linoleum ist teurer im Quadratmeterpreis, spart Ihnen jedoch:
- mögliche Verlegekosten eines Fachbetriebs
- Kosten für den Klebstoff
- die Trocknungszeit des Klebstoffs
Schwimmend verlegbares Linoleum eignet sich besonders für Renovierungen und für DIY-Projekte.
Zusätzliche Kosten
Neben dem Materialpreis sollten Sie folgende Kosten einkalkulieren:
- Untergrundvorbereitung (Spachtelmasse, Grundierung)
- Rand- und Sockelleisten
- Werkzeuganschaffung oder Leihe
2. Auf welchem Untergrund soll Linoleum verlegt werden?
Linoleum passt sich elastisch an – deshalb müssen Unebenheiten vollständig ausgeglichen sein. Ein verlegereifer Untergrund nach DIN 18365 "Bodenbelagsarbeiten" ist:
- eben
- trocken (Restfeuchte beachten)
- sauber und frei von Trennmitteln
- fest und tragfähig
- loch- und rissfrei
Geeignete Untergründe
- Calciumsulfatestrich
- Zementestrich
- Beton
- gespachtelte und nivellierte Fliesenflächen
- tragfähige Steinböden
Da Linoleum empfindlich auf Feuchtigkeit und alkalische Reaktionen reagiert, ist auf mineralischen Untergründen häufig eine Dampfbremse vorgeschrieben. Dies gilt besonders für:
- nicht unterkellerte Räume
- Gewölbedecken
- Durchfahrten
- Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit
- direkte Verlegung auf Beton
Holzdielen als Untergrund
Grundsätzlich geeignet, wenn sie:
- fest verschraubt
- fugenfrei verspachtelt
- entkoppelt oder nivelliert
sind. Bewegliche Untergründe können zu Fugenbildung oder sichtbaren Abzeichnungen führen.
Nicht geeignete Untergründe für Linoleumboden
- Teppichboden und textile Auslegwaren
- Laminat
- lose verlegte Vinylböden
- geschäumte PVC-Böden (CV-Böden)
- nicht tragfähige Altbeschichtungen
Diese müssen vollständig entfernt werden.
Linoleum auf altem Linoleum?
Möglich, wenn der vorhandene Belag:
- fest verklebt
- eben
- tragfähig
- trocken
ist. Vor dem Neuverkleben sollte die Fläche angeschliffen und die Haftung geprüft werden. Im Zweifel sollten Sie eine fachliche Prüfung zu Rate ziehen!
3. Wo soll der Linoleumboden verlegt werden?
Linoleum eignet sich für Wohnräume, Büros sowie viele gewerbliche Bereiche. Für Garagen oder private Werkstätten empfehlen wir dagegen PVC-Fliesen mit verstärktem Materialaufbau.
Linoleum im Wohnzimmer
- hohe Strapazierfähigkeit
- angenehme Elastizität
- warme Haptik
- nachhaltige Materialbasis
Hier empfehlen wir Modelle mit der Nutzungsklasse 23.
Linoleum in der Küche
Als Küchenboden hat Linoleum einen klaren Vorteil gegenüber Fliesen: Es ist elastischer, sodass Geschirr nicht gleich zu Bruch geht, wenn es herunterfällt. Allerdings stellen Küchen und andere Feuchträume auf Grund des zu erwartenden Spritzwassers eine Gefahrenquelle für Linoleum dar. Unsere Erfahrungen zeigen, dass eine Verwendung nur unter zwei Voraussetzungen Sinn macht:
- werkseitige Oberflächenvergütung vorhanden
- Fugen an Übergängen und Randbereichen werden verschweißt
Hier empfehlen wir Modelle mit der Nutzungsklasse 23. In gewerblichen Küchen sind Linoleumbeläge mit höheren Nutzungsklassen erforderlich.
Tipp: Linoleumbahnen nicht alleine tragen!
Linoleumrollen können sehr schwer sein. Planen Sie bei der Anlieferung ein bis zwei Helfer ein. Rollen sollten immer stehend transportiert und gelagert werden, um Verformungen zu vermeiden. Bei großen Bestellungen kann ein Hubwagen oder Gabelstapler sinnvoll sein
4. Wie soll der Linoleumboden aussehen?
Moderne Linoleumböden bieten eine große gestalterische Bandbreite, die unsere Kundschaft immer wieder ins Staunen versetzt.
Farbwelten
Sie sind klassischerweise farbintensiv und in vielen Nuancen erhältlich ist. In unserem Ratgeber gehen wir näher auf die Farben von Linoleum und ihre Überstreichbarkeit ein.
- klassischen Marmordekore
- ruhigen Unifarben
- dunklen Anthrazit- und Brauntöne
- warmen Rot- und Orangetöne
- modernen Grauabstufungen
Tipp: Nutzen Sie den Filter Farbton, um eine Vorauswahl zwischen helleren, mittleren, dunklen und rötlichen Modellen zu treffen.
Oberflächen
Linoleum ist überwiegend glatt. Strukturierte Varianten sind selten und derzeit nicht bei uns im Sortiment.
Formate
Sie haben die Wahl zwischen:
- Bahnenware für großflächige, fugenarme Lösungen
- modularen Fliesen für begrenzte, individuell gestaltete Flächen
Modulare Systeme ermöglichen kreative Designs wie Schachbrettmuster oder Farbwechsel.
Für eine gezielte Auswahl modularer Varianten empfehlen wir unsere speziellen Übersichtsseiten: Linoleum-Fliesen und Linoleum-Planken. Hier finden Sie alle Beläge, die nicht zum Ausrollen gedacht sind, sondern entweder per Klicksystem verlegt oder einzeln verklebt werden.
Vor dem Kauf: Muster bestellen
Sie können alle Linoleumböden als Dekormuster im handlichen Format anfordern. So prüfen Sie Farbe, Haptik und Wirkung direkt vor Ort. Die Muster sind kostenpflichtig, aber Sie erhalten einen Gutschein, den Sie beim Kauf in unserem Onlineshop einlösen können.
Häufige Fragen zu Linoleum
Kann man Linoleum auf einer Fußbodenheizung verlegen?
Ja. Linoleum eignet sich für Warmwasser-Fußbodenheizungen, sofern der Hersteller die Freigabe erteilt und die maximale Oberflächentemperatur von 27 °C eingehalten wird. Eine vollflächige Verklebung unterstützt den effizienten Wärmedurchlass.
Wie reinigt man Linoleum richtig?
Für die regelmäßige Reinigung genügt nebelfeuchtes Wischen mit lauwarmem Wasser und einem pH-neutralen Reinigungsmittel. Vermeiden Sie chlor- oder natronhaltige Reiniger, da sie den Belag angreifen können. Bei hartnäckigen Flecken kann ein kleiner Zusatz von Terpentin helfen – ein natürlicher Fleckenlöser, der Linoleum schont.
Was ist bei der Pflege von Linoleum zu beachten?
Um einen matt gewordenen Belag aufzufrischen, können Sie ihn mit einer Mischung aus Wasser und Milch (1:1) reinigen. Alternativ eignen sich Shampoo oder Weichspüler. Für eine intensivere Pflege bietet sich eine Politur mit Leinöl und Essig an. Soll auch der Oberflächenschutz erneuert werden, empfiehlt sich klassisches Bohnerwachs.
Kann man Linoleum neu versiegeln?
Ja, allerdings sollte dies ein Fachbetrieb übernehmen. Beim Anschleifen wird die Oberfläche wieder offenporig und aufnahmefähig. Vor der neuen Versiegelung ist ein Porenfüller erforderlich. Bei hochwertigen Linoleumböden mit einer Lebensdauer von bis zu zwanzig Jahren ist eine Neuversiegelung meist nicht nötig – außer bei starker Abnutzung oder sichtbaren Schäden.
Heißt es Linoleum, Linolium oder Lenolium?
Die richtige Schreibweise lautet Linoleum. Der Name leitet sich aus dem Lateinischen ab: linum = Lein und oleum = Öl.
Haben wir Ihre Wissenslücken rund um Linoleum damit geschlossen? Dann stöbern Sie gleich nach Ihrem bevorzugten Belag! Sollten dabei weitere Fragen aufkommen, erreichen Sie uns während der Bürozeiten telefonisch, per E-Mail oder über unser Kontaktformular. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!