PVC-Boden verlegen – mit Kleben oder ohne Kleben?

Das Verkleben von PVC-Boden wird vorbereitet
Das Verkleben von PVC-Boden wird vorbereitet

(Bild: Uzin Utz AG) Beim Gestalten eines neuen Wohnraums – oder dem Renovieren eines bestehenden – ist die Wahl des Bodenbelags von zentraler Bedeutung. Hierbei eröffnen sich heute unzählige Möglichkeiten, die nicht nur ästhetisch ansprechend sind, sondern auch den funktionalen Anforderungen gerecht werden.

Ein besonders vielseitiger und beliebter Bodenbelag ist PVC-Boden, benannt nach seinem wichtigsten Material Polyvinylchlorid (kurz: PVC). Seine strapazierfähige Beschaffenheit, seine einfache Pflege und seine vielfältigen Designs machen ihn zu einer bevorzugten Option in vielen Wohn- und Gewerbebereichen. Überzeugt von diesen Vorteilen, sollten Sie jedoch nicht zum erstbesten PVC-Boden greifen, der Ihnen gefällt! Dafür ist der Bodenbelag zu vielseitig. Fragen Sie sich zunächst, wie er verlegt werden soll: Mit Kleben oder ohne Kleben? – Die Antwort darauf bestimmt nicht nur, ob der Belag für Ihren Anwendungsfall geeignet ist, sondern auch wie belastbar, langlebig und pflegeleicht er sein wird. Abgesehen davon beeinflusst die gewählte Verlegetechnik wahrscheinlich Ihren Gestaltungsspielraum und somit die Ästhetik des Raums, in dem der PVC-Boden verlegt werden soll.

Damit Sie wirklich einschätzen können, ob das Kleben oder Nicht-Kleben besser zu Ihren Vorstellungen passt, möchten wir im Folgenden einen genauen Blick auf die Vor- und Nachteile der Verlegetechniken werfen.

Was ist (alles) PVC-Boden?

Doch zunächst eine Frage an Sie: Wissen Sie, was ein PVC-Bodenbelag ist und was nicht? – Damit es zu keinen Missverständnissen kommt, möchten wir Ihnen einen kurzen Überblick über die Bandbreite des Bodenbelags geben.

  • Der klassische PVC-Boden wird in Bahnen produziert und ist demzufolge als Meterware erhältlich. Diese erlaubt es, kleine bis großflächige Bereiche nahtlos zu gestalten. Nach einer Umstellung der Rezepturen auf gesundheitlich unbedenkliche Zusätze und Weichmacher, werden die PVC-Meterwaren seit der Jahrtausendwende auch unter der Bezeichnung "Vinyl-Meterwaren" gehandelt.
  • Für gewerbliche und industrielle Anwendungsbereiche werden spezielle PVC-Fliesen angeboten. Sie sind weniger elastisch als klassischer PVC-Boden, aber dafür strapazierfähiger und halten zum Teil sogar den mechanischen Belastungen durch Fahrzeuge stand.
  • Eine weitere Variante von PVC-Boden stellt Designboden aus PVC dar, besser unter der Bezeichnung "Vinylboden" bekannt. Diese Beläge sind ebenfalls nicht als Meter-, sondern als Stückware erhältlich. Ihre einzelnen Belagsstücke haben das Format von Dielen, Fliesen oder Planken. Vinylboden zeichnet sich durch seine authentische Holz-, Fliesen- und Steinoptiken aus und gilt als günstige Alternative zu Fliesen und Parkett.

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Welcher PVC-Boden kann wie verlegt werden?

Weil PVC-Böden in ihrem Aufbau und Format so verschieden sein können, sollte man lieber keine pauschalen Aussagen darüber treffen, wie sie am besten verlegt werden. Um etwas Orientierung zu bieten, haben wir Ihnen eine kleine Übersicht zusammengestellt, in der jeder Variante von PVC-Boden die grundsätzlich möglichen Verlegetechniken zugeordnet sind:

PVC-Bodenbelag mögliche Verlegetechniken
PVC-/Vinyl-Meterware Kleben (und Verschweißen) oder loses Verlegen
PVC-Fliesen schwimmendes oder loses Verlegen
Vinylboden Kleben, schwimmendes oder loses Verlegen

Sowohl das Kleben, als auch das schwimmende Verlegen ohne Kleben sind für sich genommen wiederum Oberbegriffe für Verlegetechniken, die sich in einzelnen Arbeitsschritten unterscheiden können. So gibt es beispielsweise PVC-Böden, die ins Nassbett geklebt werden müssen, während andere auch auf Klebefolien geklebt werden können. Für die schwimmende Verlegung kommen Vinylböden mit Klicksystemen und PVC-Klickfliesen infrage. Beide Belagsarten sind aber verschieden aufgebaut, woraus sich auch ein unterschiedliches Vorgehen bei ihrer Verlegung ergibt. (Bild: Uzin Utz AG)

Neben PVC-Meterware kann auch Vinylboden verklebt werden

PVC-Boden kleben – Verlegetechniken

Die klassische Verlegetechnik zum Verkleben von PVC-Bodenbelag ist das Nassbettverfahren. Dabei wird der Bodenbelag direkt auf dem flüssigen Klebstoff verlegt, der zuvor frisch auf dem Untergrund aufgetragen wurde. Diese Technik erfordert präzises Arbeiten, da der Belag unmittelbar im Klebstoff platziert wird und eine exakte Ausrichtung wichtig ist. Die Nassbettverklebung erzeugt eine besonders feste Verbindung und eignet sich gut für stark frequentierte Bereiche oder Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit, wie Badezimmer und Küchen. Sie ist bei vielen PVC-Meterwaren vom Hersteller vorgeschrieben und wird auch bei Vinylböden bevorzugt, wenn diese in Feuchträumen oder in Räumen mit gewerblicher oder anderer öffentlicher Nutzung verlegt werden. Lediglich in kleinen Räumen machen manche Hersteller eine Ausnahme und geben ihre PVC-Meterwaren zum Verlegen ohne Klebstoff frei – unter der Bedingung, dass die Beläge zumindest in den Randbereichen mit doppelseitigem Klebeband fixiert werden.

Ein alternatives Klebeverfahren ist das trockene Verkleben mithilfe von Klebefolien oder speziellen Unterlagen als Klebemittel. Dabei wird der PVC-Bodenbelag auf eine klebrig beschichtete Folie oder Unterlage gelegt, die zuvor auf dem Untergrund aufgebracht wurde. Die Klebefolien können beidseitig oder einseitig klebend sein. Beidseitig klebende haften auf dem Untergrund, während einseitig klebende nur schwimmend auf dem Untergrund aufliegen. Das Trockenbettverfahren ermöglicht es, den PVC-Boden direkt und ohne frischen Klebstoff zu verlegen. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn eine Nassklebung aufgrund von Zeit- oder Raumrestriktionen nicht möglich ist.

Die Verwendung von Klebefolien oder Unterlagen als Klebemittel ist eine komfortable und schonende Verlegetechnik, die weder Bodenbelag noch Untergrund beschädigt. Sie eignet sich gut für Räume, in denen eine einfache und schnelle Verlegung gewünscht wird, ohne auf die Vorteile einer festen Verbindung zu verzichten. Bei der Wahl dieser Methode ist es wichtig, hochwertige und speziell für den Zweck entwickelte Klebefolien oder Unterlagen zu verwenden, um eine dauerhafte und zuverlässige Haftung zu gewährleisten.

Beide Verlegetechniken erfordern sorgfältige Planung und Ausführung, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Es ist ratsam, sich vor der Verlegung gründlich über die spezifischen Anforderungen der gewählten Technik zu informieren und gegebenenfalls fachmännischen Rat einzuholen.

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Klick-Vinylboden ist ein PVC-Boden zur schwimmenden Verlegung

PVC-Boden ohne Kleben – Verlegetechniken

Um PVC-Bodenbelag auch ohne Klebstoff stabil zu verlegen, gibt es zwei Techniken: Eine davon ist das schwimmende Verlegen. Dafür geeignet sind PVC-Fliesen mit Clipsystem oder Schwalbenschwanzprofil sowie Vinylböden, die über ein Klicksystem verfügen. Was all diese PVC-Böden eint: Ihre einzelnen Belagsstücke können stabil miteinander verbunden werden. Aus der gegenseitigen Verbindung resultiert ein flächendeckender Verband, der schwimmend auf dem Untergrund aufliegt, anstatt fest mit ihm verbunden zu sein. Die Verlegetechnik ist einfach zu handhaben und ideal für Do-it-yourself-Projekte. Sie eignet sich besonders für Bereiche, in denen der Bodenbelag öfter mal gewechselt wird, wie Mietwohnungen oder temporär genutzte Räume im Gewerbe oder in der Industrie.

Eine weitere Möglichkeit, PVC-Boden klebstofffrei zu verlegen, ist das Loose-Lay-Verfahren. Dafür eignen sich spezielle PVC-Meterwaren, PVC-Fliesen und Vinylböden, die durch ihr Eigengewicht und/oder haftvermittelnde Unterlagen auf dem Untergrund gehalten werden. Dies ermöglicht eine schnelle und einfache Verlegung, da weder Klebstoffe verarbeitet noch Klickverbindungen geschlossen werden müssen. Weil selbstliegende PVC-Böden somit nicht fixiert sind, besteht die Möglichkeit, dass sie sich im Laufe der Zeit verschieben oder wellen. Dies kann insbesondere dann auftreten, wenn der Fußboden stark frequentiert wird oder die verlegte Fläche groß ist. Zudem sind selbstliegende PVC-Böden in der Regel weniger belastbar als fest verklebte Varianten. Je nach Qualität der haftvermittelnden Unterlagen kann es auch zu Haftungsproblemen kommen, was zu ungewolltem Verrutschen führen kann. Daher sollten Sie bei der Wahl dieser Verlegetechnik die vorgesehene Nutzung und die Beanspruchung des Fußbodenbelags genau berücksichtigen!

Vergleich: PVC-Boden mit Kleben vs. ohne Kleben

Zu guter Letzt möchten wir Ihnen mit einer tabellarischen Übersicht gegenüberstellen, welche Vor- und Nachteile beide Verlegetechniken mit sich bringen. Wir hoffen, dass es Ihnen damit leichter fällt, die richtige Wahl zu treffen.

Aspekt PVC-Boden mit Kleben PVC-Boden ohne Kleben
Verlegeaufwand hoch, handwerkliche Kenntnisse erforderlich gering, kaum handwerkliche Kenntnisse erforderlich
Flexibilität feste Fixierung am Untergrund, Austausch
oder Rückbau aufwendig
keine Fixierung am Untergrund, Austausch
oder Rückbau unkompliziert
Belastbarkeit hohe Belastbarkeit und Stabilität geringe bis normale Belastbarkeit
Räumliche Nutzung geeignet für normal bis stark beanspruchte Bereiche geeignet für gering bis normal beanspruchte Bereiche,
ideal für temporäre Installationen
Untergrundvorbereitung häufig umfangreiche Vorbereitung erforderlich weniger anspruchsvoll bei Untergrundvorbereitung
Kosten oftmals höhere Kosten für Klebstoffe und
professionelle Verlegung
oftmals geringere Kosten, insbesondere bei
DIY-Installation

Beachten Sie, dass die genannten Aspekte allgemein gehalten sind und je nach spezifischem Produkt, Raumbedingungen und persönlichen Vorlieben variieren können. Es ist wichtig, die individuellen Anforderungen und Gegebenheiten zu berücksichtigen, um die passende Verlegetechnik zu wählen!

Fazit

Jede Variante von PVC-Bodenbelägen eröffnet unterschiedliche Möglichkeiten der Verlegung, sei es durch traditionelles Kleben oder moderne, klebstofffreie Methoden. Die Wahl der Verlegetechnik beeinflusst nicht nur die Ästhetik des Raumes, sondern auch die Belastbarkeit, Langlebigkeit und Pflegeleichtigkeit des Bodenbelags.

  • Für diejenigen, die auf die Stabilität und Dauerhaftigkeit einer festen Verbindung setzen, bietet das Nassbettverfahren eine bewährte Methode. Es eignet sich besonders gut für stark frequentierte Bereiche und Feuchträume. Alternativ ermöglicht das Trockenbettverfahren, den PVC-Boden mit Klebefolien oder speziellen Unterlagen zu verlegen. Diese Methode zeichnet sich durch einfache Handhabung und schonende Verlegung aus.
  • Für diejenigen, die auf Klebstoff verzichten möchten, bieten das schwimmende Verlegen sowie das Loose-Lay-Verfahren attraktive Möglichkeiten. Beide Techniken eignen sich für temporäre Installationen und zeichnen sich durch Flexibilität aus. Allerdings sollten Sie die Nachteile der selbstliegenden Varianten, wie Verschiebungen oder Beeinträchtigungen der Belastbarkeit, nicht außer Acht lassen!

Letztendlich hängt die Entscheidung, ob PVC-Boden geklebt oder klebstofffrei verlegt wird, von Ihren individuellen Präferenzen, räumlichen Gegebenheiten und dem gewünschten Nutzungsszenario ab. Die sorgfältige Abwägung der verschiedenen Aspekte wird Ihnen helfen, die richtige Verlegetechnik für Ihren Fußboden zu wählen und so einen Raum zu gestalten, der sowohl ästhetisch als auch funktional höchsten Ansprüchen genügt.


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